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Nachrichtenarchiv

 Das Archiv der veröffentlichten aktuellen Mitteilungen (ab August 2015) zum Nachlesen.


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„Wir sind nochmal glimpflich davongekommen“. Dieses Resümee zog Forstamtsleiter Markus Weisshaupt, als er im Hospitalrat und Gemeinderat über die aktuelle Lage im Stadt- und Hospitalwald Auskunft gab. „Der Nadelholzmarkt trifft uns allerdings mit voller Härte.“

Sturm- und Schadholz, das in den vergangenen beiden Jahren in rauen Mengen anfiel, habe zu einem massiven Preisverfall auf dem Holzmarkt geführt. Der für 2019 errechnete Planwert aus den Holzerlösen werde sich nicht erfüllen – „stattdessen kann von einer sogenannten schwarzen Null ausgegangen werden“, sagte Weisshaupt. 

Im Stadt- und Hospitalwald sei es seit 2015 in jedem Jahr immer wieder zu Sturm- und Schadereignissen gekommen, die zusammen mit hohen Temperaturen und ausgedehnten Trockenphasen die Borkenkäferpopulation deutlich ansteigen ließen. Allerdings sei die Lage in Biberach, was die Schadholzmengen in der Fichte, aber auch das Absterben anderer Baumarten betrifft, im Vergleich zu anderen Regionen Baden-Württembergs, Deutschlands und Europas weit weniger dramatisch. Zwar sei auch das Jahr 2018 in Biberach deutlich zu warm und zu trocken gewesen, allerdings seien immerhin knapp 700 mm/Quadratmeter Niederschlag gefallen, was zumindest nicht zu ausgedehnten Trockenschäden an den Baumarten geführt habe. Auch 2019 habe es immer wieder Hitzewellen mit sehr hohen Temperaturen gegeben, allerdings auch üppige und ausgedehnte Niederschläge. Die direkten Schäden durch den Borkenkäfer im Stadt- und Hospitalwald seien durch ein sehr konsequentes und effizientes Monitoring zwar noch vergleichsweise überschaubar, „allerdings treffen uns die Verwerfungen auf dem Holzmarkt direkt und unmittelbar“, sagte Markus Weisshaupt. 

Die Marktsituation sei geprägt durch einen großen europaweiten Anfall von Schadholz. Aktuell bewege sich der Preis für frisches Fichtenstammholz um etwa 40 Euro niedriger als im Jahr 2015 und liege bei rund 60 Euro pro Festmeter; der Preis für Käferholz liege nochmals um 20 bis 30 Euro darunter. Dieser massive Preisverfall sei zum Zeitpunkt der Planaufstellung für das Jahr 2019 in diesem Ausmaß nicht absehbar gewesen.

Beim Laubholz sehe es etwas günstiger aus, sagte der Forstamtsleiter. Eiche und Esche seien weiterhin gefragt und gut bezahlt. Bei der Buche sei aktuell noch nicht absehbar, wie sich die großen Trockenschäden aus anderen Landesteilen auf den Markt auswirken. Aufgrund der schwierigen Situation auf dem Holzmarkt habe man die Planmengen für das Jahr 2020 etwas reduziert und deshalb auch die Einnahmen aus Holzverkäufen verringert. Demzufolge werde das Wirtschaftsergebnis des Forstbetriebes im Jahr 2020 sehr wahrscheinlich nur knapp positiv ausfallen. 

„Wetterkapriolen wie in den vergangenen Jahren mit den entsprechenden Folgen werden uns zunehmend begleiten und vor entsprechende Schwierigkeiten stellen“, sagte Markus Weisshaupt vorausschauend. „Die Zeiten einer verlässlich planbaren forstlichen Nutzung bei guten Holzmarktbedingungen werden deshalb seltener werden, Krisenzeiten werden sich häufen.“ Darauf müsse jährlich flexibel reagiert werden können. Die grundsätzliche Nachfrage nach dem Rohstoff Holz, insbesondere Nadelholz, werde allerdings ungebrochen hoch bleiben. Doch würden künftige Preisverhandlungen deutlich schwieriger werden. Um unabhängiger von eventuellen Witterungsextremen und den Folgen auf den Holzmarkt zu werden, müsse man auch andere, zusätzliche Einnahmequellen in Erwägung ziehen, sagte Weisshaupt, etwa Windkraft, Friedwälder oder Kiesabbau. 

Schwierig, so Markus Weisshaupt, sei zurzeit auch die Situation auf dem Stellenmarkt; man finde praktisch kein Personal mehr – weder Forstwirte noch Waldarbeiter. Deshalb beabsichtige das Forstamt, Stellen für Auszubildende auszuschreiben, um eigenen Nachwuchs heranzuziehen.

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